Kontakt Impressum

Der beste Freund des Menschen

Für viele ist er der beste Freund des Menschen, manche tolerieren ihn und wieder andere hassen ihn sogar. Eins ist klar, der Hund ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken.

Wenn man sich für einen Hund entscheidet, dann hat das Auswirkungen auf den gesamten Alltag. Ein Hundeleben kann - je nach Rasse - 10 bis 15 Jahre dauern und so sollte vor dem Hundekauf zunächst einmal eine genaue Überlegung und Planung erfolgen. Welche Rasse passt zu mir? Will ich einen Welpen oder lieber einen erwachsenen Hund? Sind alles Familienmitglieder mit dem Vierbeiner einverstanden? Gibt es jemanden, der allergisch auf die Hundehaare reagiert? Kann und will ich jeden Tag zwei- bis dreimal mit meinem Hund spazieren gehen? Habe ich die Zeit und die Lust ihn rassegemäß zu beschäftigen und zu erziehen? Was passiert, wenn der Hund krank ist, habe ich die Zeit und das Geld ihn medizinisch versorgen zu lassen? Nehme ich ihn mit in den Urlaub? Wer passt auf ihn auf, wenn ich einmal keine Zeit habe? Bin ich bereit, einen Hund auch bis ins hoffentlich hohe Alter zu pflegen?

Ob es nun ein Hund vom Züchter oder einer aus dem Tierschutz sein soll - es empfiehlt sich auf jeden Fall, viele Informationen einzuholen und dann das passende Tier auszuwählen. Bedürfnisse nach einem Spontankauf sollte man lieber beim Schuhkauf ausleben. Manchmal ist es auch Tierschutz, keinen Hund ins Haus zu holen, etwa, weil der 8 Stunden jeden Tag allein daheim wäre.


Künftige Hundesitzer sollten vor der Anschaffung des Hundes aber auch überlegen, ob sie in der Lage sind, einen Hund so zu erziehen, dass er für andere keine Gefahr oder Belästigung darstellt. Das klingt einfacher, als es ist. Vielleicht ist das ebei einem ganz kleinen Hund auch leichter zu realisieren. Meine Wanda hatte von Anfang an das starke Bedürfnis zu jedem Menschen zu laufen und sich mit vollem Körpereinsatz an die Erstaunten zu schmiegen und Steicheleinheiten zu fordern, ihenen Taschentücher aus den Jackentaschen zu stibizen oder unter Röcke zu schauen ... Das war nicht immer lustig. Da half dann nur die ständige Präsenz, ein Spaziergang mit ständigem Kontrollblick, die Umgebung nach potentiellen Opfern absscannend. Sie meinte es ja nicht böse, nein, es war und ist :-) eben ihre Art von Humor, aber das ist keine Ausrede. Ein 40-Kilo-Hund, der aufgerichtet locker einem 1,90 Meter großen Mann über die Schulter schauen kann, ist eine potentielle Gefahr, auch wenn er nur schmusen will.

Leider gibt es oft Missverständnisse und Konflikte zwischen DEN Hundehaltern und Menschen ohne Hund, aber auch die Hundehalter geraten gelegentlich aneinander. Schuldzuweisungen helfen da nicht weiter. Für ein entspanntes Miteinander müssen Regeln eingehalten und Rücksicht genommen werden, dann klappt es auch mit den Nachbarn und anderen Mitmenschen.

Rücksicht ist auch eine Frage des Benehmens. Viele benehmen sich so, als gehöre ihnen der Wald, die Hundebesitzer, die Jogger, die rasenden Mountainbiker … Nicht zu vergessen die Wanderer oder Ausflügler, die mit ihrem Müll auch Scherben hinterlassen, in die dann die Hunde treten. Hundehalter lassen Waldi und Fiffi in Vorgärten und auf Gehsteigen ihre Geschäfte verrichten, und wer dort hineintritt ist ebenso zu Recht sauer. Ich lebe zum Glück in einem Gebiet, wo nicht so viel Menschen sind und folglich gibt es auch weniger Konflikte. Ich nehme meine Hunde ins Sitz an die Seite, wenn Leute kommen, versuche auch dann noch freundlich zu sein, wenn ich von einem Radfahrer ohne Warnung mal wieder fast umgefahren werde. Leider haben viele Menschen, ob mit oder ohne Hund, die Grundeinstellung „Weg-da-jetzt-komm-ich“. Wenn ich einem Hundebesitzer begene, dessen Hund angeleint ist, dann leine ich meine Hunde auch an - denn es hat ja einen Grund, warum der Vierbeiner nicht frei umherläuft. Vielleicht ist es eine heiße Hündin, ein aggressiver oder ängstlicher Hund? Wenn man dann das Gefühl hat, Menschen und Hunde seien sich sympathisch und müssten sich unebdingt kennen lernen, dann kann man ja kommunizieren. Das wird sowieso zu weinig gemacht, dabei hat uns doch die Natur die Sprache gegeben, die leider zur wirklichen Kommunikation so selten benutzt wird. Kommen mir fremde Menschen entgegen, rufe ich meine Hunde zu mir, lasse sie entweder am Rand Sitz machen oder nehme sie an die Leine. Vielleicht hat ja der Entgegenkommende Panik vor Hunden oder er mag zwar die Vierbeiner, aber auf Flecken an der weißen Hose möchte er heute lieber verzichten? Und meistens ernte ich dafür auch ein kurzes Hallo oder ein Lächeln, das ist doch wie ein kleines Streicheln für die Seele. Da fallen dann die paar Zweibeiner ohne Benehmen kaum noch ins Gewicht. Die Der-tut-Nixe, deren Herrchen oder Frauchen ihre Hunde auf meine zuschießen lassen, obwohl ich sie habe absitzen lassen, die ihren Hund nicht zu sich rufen, wenn er einen anderen mobbt und bedrängt, nicht zu vergessen aber auch Nervensägen ohne vierbeinige Begleitung, die manchmal zu eiligen Mountainbiker ohne Klingel und Vorwarnung, die einem Hund oder Menschen nicht mal die Zeit lassen an den Rand zu springen oder die Nordic Walker, die sich ja zum Glück hörbar nähern, aber dann doch mindestes in Viererformation die volle Wegbreite nutzen, wer den Fuß unterm Picker hat, hat Pech gehabt. Ja, da kann einem schon mal die Hutschnur reißen. Aber perfekt sind wir alle nicht, wir können nur an der Erziehung der Hunde und an unserem eigenen Benehmen arbeiten. Oft hängt ja auch beides zusammen.

Versuchen wir es doch mal mit Freundlichkeit und Toleranz auf allen Seiten, dann würde es bestimmt auch bald viel weniger verkniffene Gesichter im Wald und auf der Flur geben. Das wäre schön.