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Große Hilfe für kleine Seelen

Große Hilfe für kleine Seelen

Die Kölner Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Universität zu Köln feierte gerade ihr 10-jähriges Bestehen. 1995 wurde dank zahlreicher Spenden der Leser des „Kölner Stadtanzeiger“ das Therapiehaus „Villa Kunterbunt“ gebaut. Seit 1997 unterstützt eine gleichnamige Stiftung die Belange der Kinder. Der Direktor der Klinik, Professor Dr. Gerd Lehmkuhl und der Vorsitzende der Stiftung „Villa Kunterbunt“, Charles Heymann, haben angesichts des Jubiläums einen Geburtstagswunsch. Sie träumen davon, auf dem Campus der Universität ein neues Forschungszentrum zu errichten, in dem Pädagogen, Psychologen und Mediziner gemeinsam Diagnosen stellen und Entwicklungsförderung betreiben. Das Altersspektrum der Patienten reicht von 4 – 18 Jahren. Professor Lehmkuhl betont, dass der Druck auf die klinische Behandlung innerhalb der letzten 10 Jahre gewachsen sei. Zwar steige die Anzahl der behandlungsbedürftigen Kinder nicht dramatisch, dafür nehme jedoch der Schweregrad der Symptome ständig zu. „Wir haben immer eine Warteliste von 15 – 20 Patienten, denn leider ist Köln im Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie noch nicht mit ausreichend Betten versorgt.“ Schwere Entwicklungsstörungen, wie etwa massive hyperaktive Verhaltensauffälligkeiten oder Angststörungen überwiegen bei den ganz kleinen Patienten, hier kann häufig eine ambulante Behandlung, im Rahmen der Familie durchgeführt –werden. Bei Jugendlichen kommt es häufig zu akuten Psychosen wie Selbstgefährdung, Magersucht oder anderen akute Störungen, die dann stationär behandelt werden müssen. „Es gibt bei den meisten Erkrankungen eine Vielzahl von Ursachen“, erklärt Professor Lehzmkuhl, „es kommen persönliche Anteile, wie Anlagen und genetische Faktoren, frühkindliche Lernerfahrungen und Erziehungsstrukturen in Familie und Umwelt zusammen. Den Eltern kommt hierbei eine wichtige Funktion zu, aber man kann nicht sagen, dass sie an diesen Entwicklungen schuld sind, sie können diese nur in gewissem Sinne verstärken oder abschwächen.“ Pläne zur Errichtung des Forschungshauses gibt es bereits, jedoch wird deren Umsetzung noch auf sich warten lassen, denn die öffentlichen Kassen sind leer und es müssen noch Sponsoren gesucht werden.