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Nahrung - Mittel zum Zweck oder Genuss?

Ernährungstrends für das nächste Jahrhundert

Nahrung – Mittel zum Zweck oder Genuss?
Neben dem stärker werdenden Trend zum funktionellen Lebensmittel wächst gleichzeitig beim Verbraucher der Wunsch nach Naturprodukten

Zum Frühstück ein „Femme Vital“ zur Vorbeugung gegen Osteoporose und am Abend beim Fernsehen ein Fläschchen „Anti-Krebs-Bier“? Funktionelle Lebensmittel, die mit gesundheitsfördernden Substanzen ausgerüstet sind, entwickeln sich zu wahren Rennern, heißt es in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „vital“.
Trendsetter sind, wie so häufig, die USA. Fast wöchentlich kommen hier funktionelle Neuigkeiten ins Supermarktregal. Aber auch hierzulande entdeckt der Verbraucher in letzter Zeit Novitäten in Sachen Nahrungsmitteln. Da werden etwa Fruchtsäfte durch Zusätze von Mineralstoffen, Eiweißbausteinen oder Pflanzenextrakten zu Fitnessdrinks und das Müsli wird mit speziellen Ballaststoffen angereichert, die das Wachstum „guter“ Darmbakterien fördern soll.

Intelligenz im Suppentopf

Der amerikanische Suppenhersteller „Campbell“ bietet dem Kunden sogar „IQ“-Menüs an. Die Mahlzeiten sorgten dafür, dass der Konsument sich in Zukunft nicht mehr um Kalorien, Cholesterin oder Leberwerte kümmern müsse, verkündet der Manager David Machair. Er verweist auf klinische Studien zu der intelligenten Nahrung, deren Ergebnisse beeindruckend seien. Bei mehr als der Hälfte der Teilnehmer verbesserte sich der Blutzuckerspiegel, 73 Prozent wiesen hinterher einen reduzierten Cholesterinwert auf und bei 75 Prozent wurde der Blutdruck gesenkt.

Bananen auf Rezept?

Große Hoffnungen setzen Wissenschaftler auf „Nutraceuticals“ , zusammengesetzt aus „nutrition“ (Ernährung) und „pharmaceutical“ (pharmazeutisch, aus dem Bereich der Arzneimittel stammend). Diese Lebensmittel sollen zur Behandlung oder Vorbeugung von Krankheiten eingesetzt werden. Forscher in den USA entwickelten zur Zeit Bananen, die beim Genuss vor Durchfallkeimen, wie etwa den Erregern der Cholera schützen sollen.

Renaissance der Naturprodukte

Gleichzeitig mit dem Aufkommen der High-Tech-Nahrung macht sich ein anderer Trend bemerkbar. Wochenmärkte mit sogenannten Bioprodukten erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Diese Tendenz „zurück zur Natur“ scheint mit der steigenden Zahl funktioneller Lebensmittel zuzunehmen. „Je mehr sich chemisch verarbeitete High-Tech-Produkte ausbreiten, desto stärker wird der Hang zum größeren Genuss, die Sehnsucht nach Produkten, die wie Natur pur schmecken“, kommentiert Sterne-Koch Alfons Schubeck diese Entwicklung.

Sabine Nölke