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Comingour in Greenleaf

Sabine Nölke

Coming Out in Greenleaf

Was passiert, wenn inmitten einer Kleinstadtidylle einer der Bürger als homosexuell geoutet wird? In der Komödie "In & Out" zeigen Autor Paul Rudnick und Regisseur Frank Oz, dass es für den Zuschauer himmlisch komisch sein kann.
Während der Live-Übertragung einer Oskar-Verleihung sitzen alle Bewohner im verschlafenen Greenleaf, Indiana, vor ihren Flimmerkisten. Cameron Drake (Matt Dillon), ein Sohn der Stadt, gewinnt den Oskar. In der üblichen Dankesrede findet er nette Worte für seinen ehemaligen Highschool-Lehrer Howard Brackett (Kevin Kline). Der schaut mit der Frau, die er in einer Woche heiraten will, Emily Montgomery (Joan Cusack) begeistert zu. Der junge Preisträger endet seine Rede mit den Worten: ... und er ist schwul."
In & Out nähert sich dem Thema Homosexualität mit Komik und Wortwitz. Die turbulente Komödie bedient sich zahlreicher Klischees: Schwule Männer schauen Filme mit Barbara Streisand und waschen sich täglich, tanzen aber nicht. Beim Zuschauer lösen sich diese Klischees aber in Gelächter auf, gerade weil sie so überzogen sind. Die Charaktere im Film sind etwas überspannt dargestellt, wovon die Komödie aber lebt. "Ich muß erst noch duschen und dann kotzen," verkündet ein spindeldürres Model und die zukünftige Frau des Lehrers erleidet einige beachtliche Anfälle von Hysterie. Da ist es irgendwie kein Wunder, wenn die Männer schwul werden.
Die Kamera nimmt die Stelle eines Beobachters ein und wird auch im größten Chaos nicht hektisch. Kevin Kline spielt überzeugend und mit hinreißender Mimik. Joan Cusack ist eine hervorragende Partnerin, besonders ihre schnatternde, kiecksende, nervige (Synchron-)Stimme mit der sie Sätze sagt wie: ".. und für dich habe ich extra 65 Pfund abgenommen!", unterstreicht ihre quirlige, temperamentvolle Art.
Ein wirklich komischer Film, mit überzeugenden Schauspielern, der als das gesehen werden sollte was er ist: ein Spaß, keine Gesellschaftskritik.
Bewertung: 80 Prozent