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Besuch im Garten "für jeden"

Eine Kreuzotter zieht sich mit S-förmigen Schlängelbewegungen langsam unter einen Stein zurück und geht in die typische Angriffsstellung. Gleich wird sie hervorschnellen und – zum Glück an einer dicken Glasscheibe landen, die zwischen ihr und dem Betrachter steht.
"Die Kreuzotter kommt in Bayern sehr häufig vor," erklärt Wolfgang Pfeifenberger aus Stein bei Nürnberg. „Wir wollen unseren Besuchern heimische Tiere zeigen. Die meisten Menschen haben in freier Natur nur selten die Möglichkeit sie zu beobachten.“ Wolfgang Pfeifenberger ist einer der ehrenamtlichen Mitarbeiter des Freilandaquariums und Terrariums in Stein. Die Steiner nennen die Mitarbeiter „Flohzüchter“, weil sie als Futterquelle für einige Tiere Wasserflöhe züchten.
Hinter einer unscheinbaren Holzpforte, am Ende eines Feldweges befindet sich die etwa Tennisplatz große Anlage, die bereits vor 70 Jahren von einem Aquarienverein gegründet wurde.
Die Kreuzotter bekommt zweimal pro Woche eine lebende Maus, die Ringelnatter mag lieber Frösche und Fische. In 14 Terrarien quaken, kriechen und lauern Kröten, Molche und Schlangen.
Bei den Kindern sind die Schildkröten besonders beliebt. Wollfgang Pfeifenberger erklärt, dass die Tiere bis zu 100 Jahre alt werden. „Ein Exemplar bekamen wir einmal von einer alten Dame geschenkt, die ins Altenheim musste.“
Vor jedem Terrarium stehen erläuternde Tafeln, die alles Wissenswerte über die jeweilige Tierart vermitteln.
Vorbei an einer dicht bewachsenen Weiher und Sumpflandschaft und duftenden Kräuter- und Wildblumengärten, geht der Besucher zu einem Sumpfschildkrötenweiher mit blühenden Seerosen. Von dort führt der Weg zum Mikroskop-Raum. Ein Blick auf einen Libellenflügel oder die Betrachtung einer sonst unscheinbaren Fruchtfliege durch eines der Mikroskope eröffnet eindrucksvolle Perspektiven.
In den halbdunklen Räumen des Aquariums, direkt nebenan, ist es bis auf die Geräusche der Wasserpumpen still. Forellen und Störe, aber auch bizarre Kleinlebewesen aus Tümpeln und Pfützen entdeckt der Besucher hier.
Vom 1. Mai bis 30. September ist die Anlage von 9-18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, aber der "Spendenfrosch" am Eingang darf gern mit etwas Geld gefüttert werden. Freilandaquarium und Terrarium der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg e.V.; Stein, Heuweg 16.